Hanse­Lexikon
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Buchstabe A

Arnheim
Erstmals erwähnt wird A. (niederländisch: Arnhem) 893 im Prümer Urbar als Mittelpunkt eines Güterkomplexes, der Teil eines königlichen fiscus war und im 8. Jh. durch eine Schenkung Kg. Pippins an... mehr

Erstmals erwähnt wird A. (niederländisch: Arnhem) 893 im Prümer Urbar als Mittelpunkt eines Güterkomplexes, der Teil eines königlichen fiscus war und im 8. Jh. durch eine Schenkung Kg. Pippins an das Eifelkloster gelangt war. Als die Veluwe 1196 als brabantisches Afterlehen endgültig an die Grafen von Geldern gelangte, die selbst in A. begütert waren, war A. bereits ein regionales Marktzentrum, dank seiner Lage am Nordufer des Nederrijn (nördlich der ehemaligen röm. Grenzbefestigungen) und am Kreuzungspunkt wichtiger Landwege, die von der Zuiderzee (Harderwijk) und von der IJssel nach Köln führten und das Niederrheingebiet mit Utrecht verbanden. 1233 erhielt A. das Zutphener Stadtrecht und besaß um diese Zeit bereits drei wichtige, umsatzstarke Jahrmärkte in der Region, auf denen Tuche – 1388 gab es in A. ein landesherrliches und ein städtisches Gewandhaus –, Fisch, Salz, Getreide (aus der Veluwe und vom Niederrhein) und Wein zu den Haupthandelsgütern gehörten. Außerdem bestand zur Zeit der Stadtrechtsverleihung in A. eine gräfliche Münzstätte; die dort im 15. Jh. geschlagenen „Arnoldusgulden“ waren lange eine Standardmünze in den Niederlanden. 

Seit der Mitte des 14. Jhs. gehörte A. zu den vier geldrischen Quartiersvororten und war in der burgundisch-habsburgischen Zeit Sitz der zentralen Verwaltungsbehörden. In der gewerblichen Produktion spielten die Tuchherstellung und die Bierbrauerei eine gewisse Rolle, ohne allerdings überörtliche Bedeutung zu erlangen. A.er Kaufleute und Schiffer waren vorrangig im Flusshandel zwischen Köln, Dordrecht und den IJsselstädten tätig. Beziehungen A.s zur Hanse lassen sich bis 1380 nicht nachweisen. In diesem Jahr beantragte die Stadt die „Wiederaufnahme“ in die Hanse, der sie seit alters angehört habe, die aber erst 1441 beschlossen wurde. Seitdem war A. verschiedentlich auf Hansetagen oder auch auf Kölner Drittelstagen vertreten, ohne freilich in der Geschichte der Hanse tiefere Spuren zu hinterlassen.

Volker Henn2023

Literatur: Arnhem tot 1700, hrsg. F. Keverling Buisman, I. Jacobs , 2008; R. A. A. Bosch, Stedelijke macht tussen overvloed en stagnatie. Stadsfinanciën, sociaal-politieke structuuren en economie in het hertogdom Gelre, ca. 1300-1500, 2019; ders., Infrastruktur, wirtschaftliche Institutionen und Handel zwischen Zuiderzee, IJssel und Rhein, ca. 1250 und 1550, in: Alles im Fluss. Menschen, Waren, Häfen auf den Wasserwegen vom Rhein bis zur Weichsel, hrsg. R. Holbach, St. Selzer 2020, 61-82, J. Weststrate, In het kielzog van moderne markten, 2008; W. Jappe Alberts, Arnhem. Het leven in een middeleeuwse stad, 1983; V. Henn, Zur „Wieder“Aufnahme ostniederländischer Städte in die Hanse in der ersten Hälfte des 15. Jh.s, in: Ad laudem et gloriam. Festschrift für Rudolf Holbach, hrsg. S. Neumann u. a., 2016, 151-72.
Arnold Fitz Tedmar
(geb. 9. August 1201, gest. [nach] 1274), jüngster Sohn des Bremer Kaufmanns Thedmar und dessen aus der Kölner Oberschicht stammenden Frau Juliana, ließ sich in London nieder, war seit 1232/34... mehr

(geb. 9. August 1201, gest. [nach] 1274), jüngster Sohn des Bremer Kaufmanns Thedmar und dessen aus der Kölner Oberschicht stammenden Frau Juliana, ließ sich in London nieder, war seit 1232/34 politisch aktiv und (seit) 1245 als Alderman der Ward Billingsgate nachweisbar. In einem Vergleich zwischen Londoner und Lübecker Kaufleuten erscheint er 1251 auch als alderman[…] teutonicorum. Die Urkunde Heinrichs III. von 1260, die den Deutschen, die in London in der Guildhall residierten, alle von seinen Vorgängern verliehenen Privilegien bestätigt, nennt ausdrücklich Arnulpho filio Thedmari, alderman mercatorum Alemanie in Angliam venientium (HUB I, Nr. 552, 193-94). Arnold erscheint somit als Vertreter aller Deutschen in England. Nach Verleihungen einer „Hanse“ an die Hamburger (1266) und Lübecker Kaufleute (1267) formierte sich bis 1282 eine gemeinschaftliche Vertretung der Hansekaufleute. Arnold, der Einfluss am Königshof hatte, dürfte bei diesem Prozess eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

Jürgen Sarnowsky2024

Literatur: N. Fryde, Arnold Fitz Thedmar und die Entstehung der großen deutschen Hanse, in: Hansische Geschichtsblätter 107 (1989) 27-42; I. W. Stone, The Book of Arnold fitz Thedmar, PhD diss., 2018.
Arnsberg
Der verheerende Stadtbrand im Mai 1600, dem auch das Rathaus und das Archiv der Stadt zum Opfer fielen, hat zur Folge, dass sich über die mittelalterliche Geschichte A.s wenig Sicheres aussagen... mehr

Der verheerende Stadtbrand im Mai 1600, dem auch das Rathaus und das Archiv der Stadt zum Opfer fielen, hat zur Folge, dass sich über die mittelalterliche Geschichte A.s wenig Sicheres aussagen lässt. An die im Laufe des 12. Jh.s oberhalb der Ruhr in Anlehnung an eine Burg der Grafen von Werl-Arnsberg entstandene Burgmannensiedlung schloss sich spätestens zu Beginn des 13. Jh.s eine planmäßig angelegte Neustadt (mit breiter Marktstraße) an. 1238 wurden beide Städte miteinander vereinigt und ummauert. In der entsprechenden Urkunde wird A. als civitas libera bezeichnet. Eine Stadtrechtsverleihung ist nicht überliefert; ein magister civium wird 1261 erstmals erwähnt. A. war das herrschaftliche Zentrum der gleichnamigen Grafschaft (nach dem Verkauf der Gft. an das Erzstift Köln 1368 Amtssitz des Kölner Marschalls in Westfalen), blieb aber wirtschaftlich eine weitgehend unbedeutende Kleinstadt. Über die Leistungsfähigkeit der städtischen Gewerbe lassen die Quellen keine Aussagen zu. Der Name des „Sehwicker“ Amtes, dem neben anderen die Kaufleute und Krämer angehörten, wird üblicherweise damit erklärt, dass es aus einer Bruderschaft der Schleswigfahrer hervorgegangen sei, was auf frühe Handelsbeziehungen zum Ostseeraum hindeuten würde, die sich aber nicht belegen lassen. Als Soest 1469 A. als seine hansische Beistadt in Anspruch nahm, wusste die Stadt, deren Handel nach eigenem Bekunden über Soest und Dortmund nicht hinausging, damit wenig anzufangen, und als Hansestadt ist A. auch nie anerkannt worden.

Volker Henn2025

Literatur: M. Gosmann (Red.), 750 Jahre Arnsberg. Zur Geschichte der Stadt und ihrer Bürger, 1989; W. Ehbrecht, Territorialwirtschaft und städtische Freiheit in der Grafschaft Arnsberg, in: E. Meynen (Hrsg.), Zentralität als Problem der mittelalterlichen Stadtgeschichtsforschung, 1979, 125-79; J. Foken, Erstarrtes Mittelalter: Die Städte und Freiheiten des Herzogtums Westfalen in der Frühen Neuzeit, in: H. Klueting (Hrsg.), Das Herzogtum Westfalen, Bd. 1, 2009, 363-417; Westf. Städteatlas, Lfg. 1/2 (H. Stoob, 1975).
Artlenburger Vertrag
Der A. wurde am 18.10.1161 (das Jahr der Urkunde ist zu korrigieren) auf der Ertheneburg (Artlenburg), dem Sitz des Grafen Reinhold II. von Ertheneburg zwischen Herzog Heinrich dem Löwen als... mehr

Der A. wurde am 18.10.1161 (das Jahr der Urkunde ist zu korrigieren) auf der Ertheneburg (Artlenburg), dem Sitz des Grafen Reinhold II. von Ertheneburg zwischen Herzog Heinrich dem Löwen als Landesherrn in Sachsen und Vertretern der Kaufleute auf Gotland geschlossen. Heinrich erneuerte den Gotländern vor einer prominenten Zeugenschaft die bereits durch seinen Vorgänger, Kaiser Lothar, verliehenen Privilegien: Schutz vor Übergriffen, umfassende Zollbefreiung, Bestrafung von Vergehen gegen gotländische Kaufleute und Sicherung von Nachlässen. Diese Rechte werden unter der Bedingung bestätigt, dass die deutschen Kaufleute auf Gotland entsprechende Privilegien erhalten. Die Urkunde bestätigt die vorhergehende Anwesenheit gotländischer Kaufleute in Sachsen, doch muss es zu Konflikten gekommen sein, die nunmehr beigelegt wurden. Unklar ist, ob damit die deutschen Kaufleute vor allem aus dem gerade (1158/59) durch Heinrich neugegründeten Lübeck erstmals in den Ostseehandel einsteigen konnten. Unabhängig davon ist der A. ein wichtiges Zeugnis aus der Frühgeschichte der Hanse.

Jürgen Sarnowsky2019

Quellen: Hansisches Urkundenbuch, 1, 1876, Nr. 15-16.

Literatur: R. Hammel-Kiesow, Die Hanse, 5. Aufl. 2014, 47 u.ö.
Artushof
Das Vorbild des legendären König Artus und der Lebensformen der ritterlich-höfischen Kultur regte auch die Fernhändler und führenden Bürger vieler Städte des Ostseeraums zum Zusammenschluss in... mehr

Das Vorbild des legendären König Artus und der Lebensformen der ritterlich-höfischen Kultur regte auch die Fernhändler und führenden Bürger vieler Städte des Ostseeraums zum Zusammenschluss in Artus- oder Georgenbruderschaften an. In Riga (1262), Thorn (1311/12) und Elbing entstanden Georgenbruderschaften, die Elbinger hatte als Niederlassung einen A. (1319/20) und wurde bald nach diesem benannt. Auch in Riga wurde ein A. gegründet, ebenso wie in vielen preußischen Städten (Thorn, Danzig, Königsberg, Braunsberg, auch Marienburg), zudem in Stralsund (teilweise auch mit anderen Bezeichnungen). Der Danziger A., 1476/81 nach Brand erweitert und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg rekonstruiert, ist das repräsentativste Gebäude, sonst ist wenig erhalten. Eine für diesen um 1390 erlassene Ordnung (ed. Selzer) regelte das Gemeinschaftsleben, die eigene Gerichtsbarkeit und das Totengedenken. Die Nachahmung der ritterlichen Kultur ging so weit, dass man, wie in England oder Flandern, Turniere veranstaltete. Die Aufnahme war beschränkt, in einigen Städten wie Königsberg und Danzig konnte sie den Aufstieg in städtische Ämter bedeuten.

Jürgen Sarnowsky2024

Literatur: T. Hirsch, Über den Ursprung der Preußischen Artushöfe, in: Zeitschrift für Preußische Ge-schichte und Landeskunde 1 (1864), 3-32, hier 23-32; E. Pitz, Art. Artusbruderschaften, in: Lexikon des Mittelalters, 1, 1089; St. Selzer, Artushöfe im Ostseeraum. Ritterlich-höfische Kultur in den Städten des Preußenlandes im 14. und 15. Jh., 1996.
Asche und Pottasche
Mit der im 12./13. Jh. aufblühenden Textilindustrie in Westeuropa stieg auch der Bedarf an Akalien zur Veredelung der Rohprodukte. Zu diesen vor allem für die Tuch- aber auch die Lederverarbeitung,... mehr

Mit der im 12./13. Jh. aufblühenden Textilindustrie in Westeuropa stieg auch der Bedarf an Akalien zur Veredelung der Rohprodukte. Zu diesen vor allem für die Tuch- aber auch die Lederverarbeitung, der Seifensiederei und der Glasherstellung eingesetzten Akalien gehört auch Kaliumcarbonat aus Laubholzasche resp. dessen Veredelungsprodukt Waid- und Pottasche. Die Ascheproduktion war dabei vorrangig eine Verwertung von Abfallprodukten, die bei der Holzverarbeitung anfielen. Allerdings ist normale Walda. wegen ihres geringen Alkaligehaltes für den Fernhandel nicht geeignet, weshalb man seit dem 14. Jh. vor allem Veredelungsprodukte versandte. Zu diesen Veredelungsprodukten gehört die Waida., die ihren Name durch die Verwendung in der Waidfärberei bekam, und die ausgelaugte Holza., die echte Potta. Zu den Hauptexporteuren gehörten Danzig, Thorn, Elbing und Königsberg-Kneiphof aber auch Riga und Pernau, wo sich A.wracken befanden, sowie die skandinavischen Länder. Das Kontor von Kaunas/Kowno spielte ebenso eine bedeutende Vermittlerrolle.

Carsten Jahnke2024

Literatur: R. Gelius, Waidasche und Pottasche als Universalalkalien für die chemischen Gewerbe des Ostseeraumes im 16./17. Jahrhundert, in: Der Ost- und Nordseeraum. Politik – Ideologie – Kultur vom 12. bis zum 17. Jahrhundert, hrsg. K. Fritze, E. Müller-Mertens, J. Schildhauer, 1986, 91-107
Aschersleben
A.,753 erstmalig erwähnt, war seit dem 11. Jh. Münzstätte des Grafen von Ballenstedt und damit auch Marktort. A. nahm im 12. und zu Beginn des 13. Jh. einen starken wirtschaftlichen Aufschwung.... mehr

A.,753 erstmalig erwähnt, war seit dem 11. Jh. Münzstätte des Grafen von Ballenstedt und damit auch Marktort. A. nahm im 12. und zu Beginn des 13. Jh. einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. 1266 wurde A. von Heinrich II., dem Fürsten von Anhalt, das Halberstädter Stadtrecht verliehen.1326 entstand der Dreistädtebund, an dem neben  A. Halberstadt und Quedlinburg beteiligt waren. Dieser Bund, der zwei Jahre später erneuert wurde, sollte im Falle kriegerischer Auseinandersetzungen vor allem mit dem eigenen Stadtherrn durch das Stellen von Truppenkontingenten Schutz bieten. 1335 treten Goslar und Braunschweig diesem Bündnis bei. 1351 wurde dieses Bündnis wiederum erneuert und um die Städte Helmstedt und Magdeburg ergänzt. Alle Städte, die an dem sächsischen Städtebündnis von 1351 beteiligt waren, galten offenbar auch ohne förmliche Beitrittserklärung als Hansestädte. Die förmliche Beitrittserklärung zur Hanse lag ohnehin in den seltensten Fällen vor. A. wird durch die Teilnahme seiner Kaufleute am hansischen Handel im Laufe des 13. Jh. in die Hanse hineingewachsen sein. A. gehörte zu den Städten, die den Sächsischen Städtebund 1382/84 auf eine breitere und stabilere Grundlage stellten. Durch die aktive Bündnispolitik erreichte A. in der ersten Hälfte des 15. Jh. seine größte Selbständigkeit vom Stadtherrn im Mittelalter. In den wichtigsten Bündnissystemen dieser Zeit war A. ein aktives Mitglied. Im großen sächsischen Bündnis von 1426, das 1427 durch die wendischen Städte, vertreten durch Lübeck und Hamburg erweitert wurde, war A. Mitglied. Auch an den drei hansischen Tohopesaten von 1443, 1447 und 1450 war A. beteiligt. Die letzte Teilnahme an einem Bündnis der sächsischen Städte kann für 1464 festgestellt werden. 1467 begann eine sich zwölf Jahre hinziehende Fehde, in deren Folge sich A. 1479 ohne militärische Auseinandersetzung dem Erzbischof Ernst von Magdeburg, der zugleich auch Administrator des Bistums Halberstadt war, unterwarf. Wenige Jahre später endete die Autonomie A., womit die Stadt de facto aus der Hanse ausschied und auch kein aktives Mitglied  im Sächsischen Städtebund mehr war. Dennoch wurde A. in einem hansischen Tohoposatenentwurf von 1494 noch als Hansestadt benannt. Erst 1518 wurde von Seiten der Hanse A. neben anderen Städten als nicht mehr zur Hanse gehörig genannt.

Matthias Puhle2017

Literatur: E.Eschebach, Die Beziehungen der niedersächsischen Städte (zwischen Magdeburg, Hildesheim und Erfurt) zur Deutschen Hanse bis 1477 und 1478, 1901; M.Puhle, Die Politik der Stadt Braunschweig innerhalb des Sächsischen Städtebundes und der Hanse im späten Mittelalter, 1985.
Attendorn
Ausgangspunkt der Stadtwerdung A.s war eine bei einer karolingerzeitlichen Missionskirche entstandene dörfliche Siedlung. Dank ihrer Lage an der Kreuzung zweier Fernhandelswege scheint im Laufe des... mehr

Ausgangspunkt der Stadtwerdung A.s war eine bei einer karolingerzeitlichen Missionskirche entstandene dörfliche Siedlung. Dank ihrer Lage an der Kreuzung zweier Fernhandelswege scheint im Laufe des 12. Jh.s ein Markt entstanden zu sein. 1222 verlieh Erzbischof Engelbert I. von Köln dem oppidum A. das Soester Recht; Bürgermeister und Rat werden 1249 erstmals erwähnt. 1255 trat A. dem Rheinischen Bund bei, 1270 einem Bündnis westf. Städte und war im 14. Jh. Mitglied verschiedener westf. Landfriedensbündnisse. Als Blütezeit der Stadt gilt der Zeitraum zwischen 1250 und 1450. Im 14. Jh. gab es in A. eine Bruderschaft der Englandfahrer; vereinzelte Nachrichten deuten darauf hin, dass auch Handelsbeziehungen mit dem hansischen Westen bestanden und dass auch die gewerbliche Produktion (Woll- und Leinentuche und wohl auch Metallwaren) überörtliche Märkte erreichte. 1469 gehörte A. zu denjenigen Städten, die Soest als seine hansischen Beistädte beanspruchte; zu diesem Zeitpunkt hatten sich die A.er Kaufleute aber bereits aus dem aktiven Fernhandel zurückgezogen. Als Hansestadt ist A. von den Zeitgenossen auch nicht anerkannt worden.

Volker Henn2025

Literatur: J. Brunabend/J. Pickert/K. Boos, Attendorn, Schnellenberg, Waldenburg und Ewig, 21958; A. Bruns, Die Stadterhebung von Attendorn 1222, in: Attendorn. Beiträge zu einer kurkölnischen Stadt, hrsg. W. Cordes, 1972, 5-16; J. Foken, Erstarrtes Mittelalter: Die Städte und Freiheiten des Herzogtums Westfalen in der Frühen Neuzeit, in: H. Klueting (Hrsg.), Das Herzogtum Westfalen, 1, 2009, 363-417; Westf. Städteatlas, Lfg. 2/1 (H. Stoob, 1981); V. Henn, Die Hanse – Einheit in der Vielheit?, 2022, bes. 30-46, 89-115.
Austritt aus der Hanse
- in Planung / Vorbereitung -  mehr

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