Hanse­Lexikon
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Buchstabe I

Island

Der Handel mit I., ab 1262 Schatzland der norwegischen Krone, unterstand dem Hafen von Bergen als Stapelplatz, und war für hansische Händler untersagt. Ein direkter Handel mit I. ist jedoch ab 1423... mehr

Der Handel mit I., ab 1262 Schatzland der norwegischen Krone, unterstand dem Hafen von Bergen als Stapelplatz, und war für hansische Händler untersagt. Ein direkter Handel mit I. ist jedoch ab 1423 nachweisbar, trotz oft wiederholter Beschwerden des Bergener Kontors, und wurde dann ab 1525 von den Hansetagen toleriert. Hauptexportgüter waren Stockfisch, weiter Schwefel, Falken und Wadmal (Wollstoff), die im Tauschhandel mit den Isländern gegen Lebensmittel, Bauholz, Eisen, Stoffe usw. verhandelt wurden. Das 15. Jh. war geprägt von (gewalttätiger) Konkurrenz mit den Engländern, die zu diesem Zeitpunkt den Handel mit I. dominierten, ab dem Anfang des 16. Jhs. jedoch größtenteils verdrängt wurden. Der Handel mit I. wurde vor allem aus Hamburg betrieben, wo sich 1500 die St.-Annenbruderschaft der I.-Fahrer gründete. Daneben sind Bremer, Lübecker, Danziger und Oldenburger auf I. belegt, die insgesamt etwa 20 unterschiedliche Häfen benutzten, sich aber nicht dauerhaft niederlassen durften, obwohl ab 1533 eine Kirche der Hamburger in Hafnarfjörður belegt ist. Ab 1563 wurden vom dänischen König Lizenzen für einzelne Häfen eingeführt; 1601 folgte dann die Sperrung des Handels mit I. für alle Ausländer, obwohl dänische Händler noch einige Zeit Hamburger Schiffe und Handelswege benutzten.

Bart Holterman

Literatur: E. Baasch, Die Islandfahrt der Deutschen, namentlich der Hamburger, vom 15. bis 17. Jahrhundert, 1889; A. Hofmeister, Hansische Kaufleute auf Island im 15. und 16. Jh., in: Kirche - Kaufmann - Kabeljau, hrsg. A. Hofmeister, A. Löhr, 2000, 33-46; R. Hammel-Kiesow, Die Politik des Hansetags. Möglichkeiten und Grenzen gemeinsamer Politik am Beispiel des Nordatlantikhandels, in: Hansischer Handel im Strukturwandel vom 15. zum 16. Jahrhundert, hrsg. ders. , S. Selzer, 2016, 183-208.
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