Hanse­Lexikon
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Buchstabe U

Umlandfahrer

U. ist eine mnd. Bezeichnung für Kaufleute, die auf dem direkten Seeweg, um das Land, d.h. um das Kap Skagen herum, auf die → Schonischen Messen resp. nach Dänemark gesegelt sind. Der Begriff... mehr

U. ist eine mnd. Bezeichnung für Kaufleute, die auf dem direkten Seeweg, um das Land, d.h. um das Kap Skagen herum, auf die → Schonischen Messen resp. nach Dänemark gesegelt sind. Der Begriff erscheint zuerst in den sog. Ummelandfahrerprivilegien vom 24. und 25. April 1251 (HUB I 411, 413), die Umlandfahrt ist aber älter. Diese Privilegien waren vor allem an die → zuiderzeeischen Städte gerichtet, Originale finden sich heute in Utrecht und Kampen. U. entrichteten auf den Schonischen Messen einen an Schiffen, nicht an Ladungen orientierten Zoll, der ab einer Schiffsgröße von 12 Last Heringen vorteilhafter war als der sog. Binnenland-Zoll. Diese Zollvorteile sollten den Zwischenhandel mit Norwegen stören sowie die starke Stellung der wendischen Städte auf den Messen schwächen. Eine Zollaufstellung für die Umlandfahrt liegt für die Stadt Malmö für das Jahr 1375 vor. Der Umlandzoll wurde mit der Einführung des → Sundzolls 1422/29 obsolet.

Carsten Jahnke

Literatur: C. Jahnke, Die Malmöer Schonenzolliste des Jahres 1375, HGbll. 115 (1997), 1-107; ders., Das Silber des Meeres, 2000.
Utrecht, Simon von

*um 1375, 14.10.1437. Der Niederländer taucht erstmals 1399 in den Hamburger Zolllisten als Schiffer und Kaufmann auf. 1400 erwarb er das Bürgerrecht der Stadt Hamburg. Der junge U. bewährte sich... mehr

*um 1375, 14.10.1437. Der Niederländer taucht erstmals 1399 in den Hamburger Zolllisten als Schiffer und Kaufmann auf. 1400 erwarb er das Bürgerrecht der Stadt Hamburg. Der junge U. bewährte sich mit seinem Schiff im Dienst der Stadt 1400/01 in den Kämpfen gegen die →Vitalienbrüder in der Nordsee vor Helgoland und auf Weser und Jade. 1405 heiratete er die Witwe Tibeke aus der ratsfähigen Familie Swartekop. 1426 wurde er Ratsmitglied. Er gehörte bald zum führenden Kern des Rates und vertrat die Stadt nach außen. U. war in der großen Politik im Krieg mit Dänemark um das Herzogtum Schleswig und die Vorherrschaft der Städte in der Ostsee sowie in der Hamburger Territorialpolitik in Ostfriesland aktiv. Er kämpfte als ein Flottenführer 1427 vor Flensburg gegen Erich von Dänemark und 1430 erneut gegen das Piratenunwesen in der Elbe. 1432 war er einer der militärischen Führer bei der Eroberung von Emden und der Sibetsburg. 1429 bekleidete er das Amt eines Kämmereiherrn und wurde 1433 schließlich Bürgermeister. Er starb als begüterter Kaufmann. Testamentarisch legte er u.a. fest, dass seine Stadtrenten dem Bau von Stadtschiffen, den Bardesen, dienen sollten. Speziell um Störtebeker und U. rankte sich eine historische Legendenbildung. Sie verklärte U. zu einem großen Seehelden und entgegen der Quellenüberlieferung zum wichtigsten Piratenjäger Hamburgs.

Reinhard Paulsen

Literatur: M. Puhle, Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, 21994, S. 135-45, 176; K. Fritze, G. Krause, Seekriege der Hanse. Das erste Kapitel deutscher Seekriegsgeschichte, 1997, S. 113-16; H. Reincke, Simon von Utrecht († 1437). Eine Lebensskizze, in: ders., Forschungen und Skizzen zur hamburgischen Geschichte, 1951, 221-40; H. Joachim, U., in: ADB 39 (1895), 416-18,
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