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DER STRALSUNDER FRIEDE UND DIE HANSEFORSCHUNG

136. Pfingsttagung des HGV vom 1. bis 4. Juni 2020 in Stralsund

Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!

  • Tagungsgebühren: Regulär 35,00 € | Begleitperson: 10,00 € | Studierende und Referent*innen frei
  • Anmeldung zur Tagung: ANMELDEFORMULAR versenden an: 
    • e-mail: archiv[at]luebeck.de
    • Hansischer Geschichtsverein e.V., Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck
  • Hotelkontingent: BUCHUNGSFORMULAR bis 18. März versenden an die angegebene
    Adresse der Tourismuszentrale Stralsund
  • Ortskomitee: Herr Dr. Dirk Schleinert, Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund, Am Johanniskloster 35, 18439 Stralsund
  • Tagungsbüro: Steinsaal im Rathaus Stralsund, Alter Markt 10, 18439 Stralsund 
    • 2.6.20 8:30 Uhr – 12:30 Uhr
    • 3.6.20 8:30 Uhr – 10:30 Uhr
  • Hier Tagungsflyer mit allen Infos und Exkursionsprogramm zum Download.


Zum Thema der Tagung

Das Jahr 2020 bietet Anlass für die Feier eines zweifachen Jubiläums, denen die Vorträge der Pfingsttagung gewidmet sind. Am 24. Mai 1370 schlossen die in der Kölner Konföderation vereinten Hansestädte in Stralsund nach langen Auseinandersetzungen den Stralsunder Frieden mit Dänemark, der sich 2020 somit zum 650. Mal jährt.

Die Tagung beleuchten dabei den Frieden vor allem in weniger bekannten Aspekte, so die Rolle der norddeutschen Fürsten und Aspekte der Rechtsgeschichte und politischer Theorie. Damit wird die Auseinandersetzung mit dem Stralsunder Frieden fortgesetzt, die bereits zur 600-Jahr-Feier 1970 bei den Tagungen des HGVs und der 1955 gegründeten Hansischen Arbeitsgemeinschaft der DDR stattfand.

Weiterhin kann der Hansische Geschichtsverein auf der Pfingsttagung in Stralsund auf eine 150jährige Geschichte zurückblicken. Denn zur 500-Jahr-Feier des Stralsunder Friedens trafen sich am 24. Mai 1870 in Stralsund Honoratioren und Vertreter der Geschichtsvereine aus verschiedenen Hansestädten, darunter Carl Friedrich Wehrmann (Lübeck), Dietrich Ehmck (Bremen) und Karl Koppmann (Hamburg), mit Mitgliedern der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und beschlossen die Gründung des Hansischen Geschichtsvereins.

Die Lübecker luden 1871 zu einer Versammlung in ihre Stadt, auf der die endgültige Gründung des Vereins erfolgen und eine Satzung beschlossen werden sollte. Lübeck wurde Sitz des Vereins und stellte die ersten Vorsitzenden: Lehrer und Stadtbibliothekar Wilhelm Mantels (bis 1879), Senator Wilhelm Brehmer (bis 1903) und den späteren Bürgermeister Emil Ferdinand Fehling (bis 1920). Die im 19. Jh. erwachte Begeisterung für die Hansegeschichte erfuhr insbesondere in der NS-Zeit eine nationalistische Überhöhung. Die Zeit seit den 1950er Jahren brachte trotz der zeitweiligen Spaltung eine Neuorientierung und internationale Öffnung, die bis heute fortwirkt.

Nils Jörn / Jürgen Sarnowsky



Stralsund und die Hanse

Die 1234/1240 mit lübischem Stadtrecht bewidmete Siedlung an einem bereits bestehenden Übergang vom Festland zur Insel Rügen entwickelte sich bis zum frühen 14. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Seehandelsstädte im südlichen Ostseeraum. Stralsund war eine typische Zwischenhandelsstadt. Hering und Getreide waren wichtige Handelsgüter, daneben auch Tuche aus Flandern sowie andere Waren. Die Tuchhändler schlossen sich in der 1281 erstmals erwähnten Geschwandschneiderkompanie zusammen, die zugleich einen Großteil des Rates als politische Führungsschicht der Stadt stellte. Innerhalb der Hanse gehörte Stralsund zum Wendischen Quartier, fungierte aber zugleich als Vorort für die übrigen pommerschen Städte, insbesondere in der Spätzeit (16./17. Jh.). Die Teilnahme an den Hansetagen endete mit dem Bündnisvertrag mit Schweden1628.

Zeugnisse der Bedeutung Stralsunds in der Hansezeit sind die noch zahlreichen erhaltenen Bauten dieser Epoche. An erster Stelle wären das Rathaus, die Pfarrkirchen und die Klöster zu nennen. Auch Bürgerhäuser, wie das Wulfl amhaus, gehören noch in diese Zeit.

Dirk Schleinert

Abbildung: Historisierende Darstellung Stralsunder Rathauses durch den Stralsunder Stadtbaumeister Ernst von Haselberg vom Ende des 19. Jahrhunderts. Stadtarchiv Stralsund, E Ib 30.



Programm

Montag, 1.6.2020

19:00 Geselliger Abend im Restaurant Goldener Löwe, Alter Mark 1, 18439 Stralsund

Dienstag, 2.6.2020

Ort: Löwenscher Saal im Rathaus Stralsund, Alter Markt 10, 18439 Stralsund

  • 9:00 Begrüßung / Einführung
  • 9:15 KILIAN BAUR (Eichstädt-Ingolstadt), „Ewiger Frieden“ im Ostseeraum – der Stralsunder Frieden
    und das politische Denken des 14. Jahrhunderts
  • 10:00 CARSTEN JAHNKE (Kopenhagen), Dänemark in der Zeit des Stralsunder Friedens
  • 10:45 Kaffeepause
  • 11:15 OLIVER AUGE (Kiel), Um den Sieg betrogene Verbündete? Der Stralsunder Frieden von 1370 und
    die norddeutschen Fürsten
  • 12:00 PHILIPP HÖHN (Halle), Der Stralsunder Frieden: Konfliktpraktiken und Recht im Ostseeraum um 1370
  • 12:45 Mittagspause
  • 14:00 Projekte 
    • DANIEL FLEISCH (Frankfurt): Reimar Kocks Lübecker Stadtchronik. Ein Editionsprojekt [ABSTRACT]
    • LUISA RAHDOS (Aarhus): Städtische Elitekultur – Eine methodologische Untersuchung von Aristokratie und bürgerlichen Eliten in Handelsstädten des südwestlichen Ostseeraumes (12.-14. Jh.) [ABSTRACT]
    • MARIA SEIER (Lübeck): Kaiserferner Norden? Die Beziehungen der Hanse zu Kaiser und Reich [Arbeitstitel]
    • Bericht des Nachwuchs-Workshops "Hansegeschichte analog und digital - Umgang mit Quellen im 21. Jahrhundert" (29.-31. Mai 2020)
  • 16:00 Stadt- und Archivführungen
  • 19:00 Öffentlicher Abendvortrag: NILS JÖRN (Wismar), Die Feiern von 1870 und die Gründungsgeneration des HGV
  • 20:00 Empfang des Oberbürgermeisters im Rathauskeller

Mittwoch, 3.6.2020

Ort: Löwenscher Saal im Rathaus Stralsund, Alter Markt 10, 18439 Stralsund

  • 9:30 MATTHIAS PUHLE (Magdeburg), Auf dem Weg zum HGV. Die Wiederentdeckung der Hanse
  • 10:15 STEEN BO FRANDSEN (Sønderborg), Dänemarks (historische) Sicht auf die Hanse
  • 11:00 Kaffeepause
  • 11:30 BIRGIT NOODT (Flensburg), Mit Zögern und Querelen – der Hansische Geschichtsverein 1933-1945
  • 12:15 ORTWIN PELC (Hamburg), Der Hansische Geschichtsverein und seine jüdischen Mitglieder in der NS-Zeit
  • 13:00 Mitgliederversammlung
  • 14:00 Mittagspause
  • 15:30 HORST WERNICKE (Greifswald), HGV und Hansische Arbeitsgemeinschaft
  • 16:15 FELICIA STERNFELD (Lübeck), Aktuelle Projekte des Europäischen Hansemuseums und weitere Perspektiven
  • 16:45 ANJA RASCHE (Speyer), Das ‚Netzwerk Kunst und Kultur der Hansestädte‘: Idee, Ergebnisse, aktuelle Pläne
  • 17:15 Schlussdiskussion
  • 18:00 Ende der Tagung
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